Objekt

Brief Johann Peter Hebel an Friedrich Wilhelm Hitzig, 6. Februar [1801], erste Seite

Brief Johann Peter Hebel an Friedrich Wilhelm Hitzig, 6. Februar [1801], erste Seite, Reproduktion.

Transkription

Meine Liebhaberey in den Nebenstunden, zur Schad-
loshaltung für den Ungenuß mancher Geschäfts
stunde hat sich in ein eigenes Fach geworfen.
Ich studire unsere oberländische Sprache grammati-;
kalisch, ich versificire sie herculeum opus! In
allen Arten von Metris, ich suche in diesen
zerfallenden Ruinen der altdeutschen Ursprache
noch die Spuren ihres Umrißes und Gefüges
auf, und gedenke bald eine kleine Sammlung
solcher Gedichte mit einer kleinen Grammatik
u. einem auf die Derivation weisenden Regi-
ster der Idiotismen in die Welt fliegen
zu lassen. Wenn du die Idee im Allgemeinen
billigest, u. es leiden magst, so werde ich
dir mehrers darüber schreiben, und dann über
eins und das andre noch deine Gedanken mir
ausbitten. Zur Beurtheilung schike ich dir eins-
weilen anliegende Jamben, die hiemit dir
geeignet sein sollen, und die einschlagenden
Artikel aus dem Idiotikon oder Register,
als ein Müsterlein von dem letztern. Der-
malen arbeite ich am Dengelegeist in Hexa-
metern. Soll ich ihn dem Blaurock de-
diciren? Es ist nicht mehr als billig. Vor
der Hand bitte ich indessen darüber stille zu
seyn. Ich weiß nicht, ob ich meinen Namen
dazu hergeben werde. Schreibe mir bald