Objekt
Brief an Kölle, 25. Oktober 1814

Transkription
Hier endlich, theuerster, ein vollständiges Exempl. des unglücklichen Calenders. Das Seltsame an der bereits im M[orgen] B[latt] berührten Geschichte ist nicht die Unterdrückung des anstößigen, oder viel mehr an- u. umgestoßenen Aufsatzes, sondern die Art. Man hat, so zu sagen das Kind im Mutterleib getödet. Der Cal. war noch gar nicht zur Ausgabe reif, es lag der 4te Correkturbogen noch vor mir, als die schleunigsten u. durchgreifendsten Vorkehrungen gegen die Ausbreitung getroffen worden. Man hatte das officielle Feurio schon in das ganze Land ausgerufen, u. behauptete noch immer der Calender sei ganz u. fertig, und es fehlt noch immer iedem obsignirten Ex. der 4te Bogen. Wären sie bedachtsam gewesen, hätten sie früher gelesen als verdammt, so hätte sich alles mit Glimpf ändern lassen, u. kein Mensch hätte erfahren, daß iemals eine Anekdote im C. stand, die iezt iedermann weiß u. list. Mir ist noch kein gutes oder böses Wort officiell oder halb- darüber gesagt worden. Man ist begierig, wer die Schadloshaltung für die Herausgeber tragen wird. Diese sind durch die Censurerlaubniß, der Censor (Herr v. Rüdt der lange) durch die Censurordnung gedekt. Nicht wahr lieber […]