Objekt
Brief von Hebel an Marcus Fidelis Jäck

Beschreibung
Hier sind die Seiten 2 und 3 abgebildet.
Transkription
’s isch au mi, wone Säuli Eichle frißt,
es frißt sie us mi’m Wald.
So bini rich. Doch richer bini no
im Heuet, in der Erndt, im frohe Herbst.
I’ sag: Jez chömmet Lüt, wer will und mag
und heuet, schnidet, hauet Trübli ab!
I ha mi Freud an allem gha’, mi Herz
an alle Düften aller Schöni g’labt.
Was übrig isch, isch euer. Traget’s heim!
Her Jeck, mir isch, der schüttlet eue Chopf,
und saget fürich selber: »Gute Fründ
so lebt men im Schlaraffeland.« He io,
so lebi im Schlaraffeland, ’s isch wohr.
Treit nit meng Immli suesse Hunig heim
um Triberg? Hangt nit menge Chirsibaum
voll schwarzi Chinder? Mir do nide fliegt
der Chuechen und der Chirsiwasser Chrug
und drei fur ein zum Fenster i. Do trink!
Und lueg do fliegt e Blatt, ’s isch schwarz uf wiiss.
Her J. viel Süessi wohnt im Blume Chelch
Viel Gwürz im brune Chirsi Chern, ’s isch wohr.
Doch was im frumme Mensche Herz ersprießt,
und ufgot, und in schöne Liedere blüht
wie euer Lied, goht übers Zukerbrod
und Zimmetgeist. Das treit ke Immli heim,
das distellirt der Summer an kei’m Baum.
Drum dankich Gott für alles Liebs u. Gut’s.
Drum dankich Gott für dreifach Gschenk,
und gebich Sunneschin u. frohi Zit.
Der sehnt, i dank mit Chapeziner Dank,
mit Segen und Papir — —
C. R. d. 12. Merz. J. Peter Hebel